Um auf einer deutschen Rennstrecke bei Rennveranstaltungen und Trainings nach Richtlinien des DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) fahren zu dürfen, benötigt man auch eine Lizenz, genauer gesagt die Nationale A-Lizenz. Sobald man diese Lizenz hat, braucht man nicht länger bei Touristenfahrten - nicht grundlos "Terroristenfahrten" genannt - Leib und Leben auf der Rennstrecke zu riskieren. Bei den Touristenfahrten ist die Rennstrecke gestopft voll mit den verschiedensten Freizeitschumis, die ihren getunten Möhren alles abverlangen. Um diesem Getümmel künftig zu entgehen, habe ich im Juli 2008 am Lehrgang teilgenommen. Veranstaltungsort war meine Haus- und Hofstrecke, der Hockenheimring. Nun darf ich offiziell an Bergrennen, Rundkursrennen, Dragsterveranstaltungen und anderen Wertungsfahrten teilnehmen.

Der Kurs dauerte einen Tag und teilte sich in 2 Etappen auf: Am Vormittag war wie bei jeder ordentlichen Schulung erst einmal Theorieunterricht angesagt. Hierbei wurde besonderes Augenmerk auf die Farbe der Fahnen, mit denen die Streckenposten den Fahrern informationen übermitteln können, gelegt. Außerdem wurde das richtige Verhalten auf der Rennstrecke gelehrt, denn auch hier gibt es einiges zu beachten, schließlich wird nicht nur links überholt...
Nach dem Unterricht und einer kurzen Erfrischungspause stellten wir unser zuvor erlerntes Wissen bei einer Theorieprüfung unter Beweis. Die Auswertung des Tests erfolgte, während wir im Hotel Motodrom zu Mittag aßen. So mancher Mitschüler hatte keinen großen Appettit - das lag aber nicht am Essen, sondern vielmehr am zuvor absolvierten Test, bei dem ein paar Fragen wohl doch das Wissen einiger Teilnehmer ausreizten und sie nicht sicher waren, bestanden zu haben. Glücklicherweise bestand aber jeder den Test und somit gingen wir mit 20 Teilnehmern in die Boxengasse. Hier wurden wir in 3 Gruppen unterteilt. Das Fahrerfeld war querbeet gemischt: Vom jungen Kerl bis hin zum Mitfünfziger war alles vertreten. Bei der Fahrzeugen überwog deutlich der Anteil der Oberklassefahrzeuge sowie der Sportwagen. Ganz unten auf der Skala stand mein
Fahrzeug, ein BMW 330d. Nichtsdestotrotz hatte ich einen riesen Spaß!
Hier ein paar Fotos aus der Startaufstellung:
Das Starterfeld war eine absolute Augenweide, u. a. waren dabei:
Alpina
Ferrari
Porsche 911
Lamborghini
Bentley
Pagani Zonda
Zuerst war geführtes Fahren angesagt, wobei der Instruktor im Vorabfahrzeug fuhr und per Funk Kontakt zu uns Hinterherfahrenden hielt. Das Tempo wurde nach Runde 3 allmählich gesteigert, selbstverständlich nicht, ohne der Ideallinie treu zu bleiben. Nachdem alle 3 Gruppen diese Einführung gemacht hatten, kamen wir nochmals in der Boxengasse zusammen. Wir wurden nun auf den abschließenden Teil des Lizenzlehrganges vorbereitet. Der Teil, auf den jeder von uns schon den ganzen Tag wartete. Der Teil, der einem die Hände feucht macht. Nur die Hände, wohlgemerkt... Nun ging es auf die Rennstrecke, und zwar freie Fahrt ohne Vorabfahrzeug! Uns wurde eingeschärft, keine waghalsigen Überholmanöver zu fahren, sondern nur vorbei zu fahren, wenn es uns absolut sicher erscheint. Auch hatten wir die Anweisung, auf die Streckenposten und deren Zeichen per Flagge zu achten.

Also, rein in die Karre und in die Startaufstellung. Vor mir ein Lamborghini, hinter mir ein Porsche. Alle mindestens 200 PS mehr unter der Haube. Nach einigen Runden kristallisierte sich allerdings heraus, dass ein starker Motor nicht alles ist, sondern nur in Kombination mit sehr guter Steckenkenntnis von Nutzen ist. Nachdem ich 2 Jahre während meiner Ausbildung am Ring abends häufiger alleine auf der Rennstrecke unterwegs war, kannte ich natürlich jeden Kieselstein in der Auslaufzone der Sachs-Kurve mit Vornamen. Das hatte zur Folge, dass ich dem einen oder anderen "Konkurrenten" zu dessen Überraschung ein Schnippchen schlagen konnte, da ich teils höhere Kurvengeschwindigkeiten fuhr. Aber was bringt eine schnelle Kurve, wenn danach eine Gerade kommt, auf der jeder dieser Wagen um Längen an mir vorbeizog. Meiner Freude, nun ein "richtiger Rennfahrer" zu sein, nahm das nichts! Es war ein unvergesslicher Tag auf der Rennstrecke in Hockenheim, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird!!!!
Ein paar Eindrücke der Boliden:
Falls ihr selbst an einem solchen Lizenzlehrgang teilnehmen möchtet, so könnt ihr gerne weitere Infos von mir bekommen. Schickt mir dazu bitte einfach eine eMail an alex.goerz@googlemail.com .













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